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Reise-Blog Afrika

Davina in Südafrika: Sanbona Wildlife Reserve

Unsere Afrika-Spezialistin Davina Listl war für Sie unterwegs in Südafrika. Im zweiten Teil ihres Blogs erzählt sie Ihnen von ihren spannenden Abenteuern im Sanbona Wildlife Reserve. Welche exotischen Tiere ihr dort über den Weg gelaufen sind und wie viele wunderbare Eindrücke sie gesammelt hat, erfahren Sie im folgenden Reisebericht:

„Ihr Flug ist leider verspätet, ich buche Sie auf die Verbindung über Johannesburg um.“ Die Dame am Check-in-Schalter am Flughafen in Port Elizabeth tippt bereits eifrig auf ihrer Tastatur. „Aber verspätet heißt doch, die Maschine kommt noch, oder? Es ist wirklich wichtig, dass ich nicht zu spät in Kapstadt ankomme, ich habe dort noch weitere Termine“. Sie lässt sich nicht abbringen – ihr Blick sagt mir, dass „Verspätung“ irgendwie nicht ganz korrekt ist, ich vermute, daraus wird wohl später noch ein „Cancelled“. Gut, dann statt dem direkten Flug eben die Verbindung über Johannesburg einmal quer durchs Land, geschätzte Ankunft in Kapstadt 19:15 Uhr. Da wird es heute wohl nichts mehr mit meinen Terminen. Schade, doch sie werden mir nicht böse sein – bei meinen Terminen handelt es sich nämlich um Löwe, Giraffe und Co. im Sanbona Wildlife Reserve. Nach so viel Glück auf meinem Hinflug nach Südafrika, der trotz des Streiks in München planmäßig flog, muss ich nun diese Änderung in Kauf nehmen. Auch das ist Afrika…doch das Schöne ist, es findet sich immer eine Lösung, da ist einfach Flexibilität gefragt.

Südafrika - Sanboa Wildlife Reserve Umgebung

Ich beschließe, an meinem Reiseplan dennoch festzuhalten und noch am selben Abend von Kapstadt in das ca. drei Stunden entfernte Sanbona Wildlife Reserve zu fahren. Ganz wohl ist mir nicht bei der Sache, daher liebe Kunden: Bitte nicht nachmachen, denn nicht umsonst rate ich von Überlandfahrten nach Einbruch der Dunkelheit ab. Doch mein Zeitplan ist extrem straff, also mache ich mich auf den Weg. Ich komme gut durch, die Straßen sind leer und so erreiche ich das Main Gate des Reserves gegen 22 Uhr. Die letzten Kilometer bis dorthin bestehen bereits aus Schotterpiste – ein Allradfahrzeug benötigt man jedoch nicht, und so genieße ich meine „Busch-Massage“ als Einstimmung auf die kommenden zwei Nächte im Reich der wilden Tiere. Das Personal von Sanbona ist so lieb und holt mich trotz der späten Stunde vom Main Gate ab – so kann ich mich die letzten 45 Minuten bequem zurück lehnen und auf den Schotterwegen durchrütteln lassen. Mein Tipp für Sie, falls Sie mit dem Mietwagen kommen: Lassen auch Sie Ihr Fahrzeug an der Welcome Lounge stehen, von dort aus gibt es täglich um 12:30 Uhr einen Shuttle, der Sie von dort bequem zu Ihrer Lodge bringt.

Mein Tag war lang, und so beende ich diesen mit einem schönen Glas Rotwein in meinem Zimmer in Tilney Manor – sogar einen liebevoll angerichteten Teller mit Snacks hat man für mich vorbereitet – perfekter Service.

Sanboa Wildlife Reserve - Tilney Manor

Der nächste Tag startet um 6:30 Uhr, endlich sehe ich meine Umgebung bei Tageslicht – und bin beeindruckt! Wäre es nicht so klirrend kalt (um die 5 Grad), dann würde ich sofort unter die Doppel-Außendusche hüpfen. Statt dessen genieße ich den Sonnenaufgang von meiner Veranda aus und beobachte, wie die Sonne die umliegenden Berge in sanfte Rottöne taucht. Insgesamt befinden sich vier unterschiedliche Unterkünfte im 54.000 Hektar großen Sanbona Wildlife Reserve – alle sehr klein und exklusiv. Tilney Manor ist – wie der Name schon sagt, im Stil eines Herrenhauses erbaut. Die Dwyka Tented Lodge besteht aus neun luxuriösen Safarizelten, die mit allem Komfort ausgestattet sind. Für Familien mit Kindern bietet sich die Gondwana Family Lodge an – hier wird den Safari-Youngstern sicherlich nicht langweilig. Rustikaler geht es im Explorer Camp zu, welches hauptsächlich von Oktober bis Februar geöffnet ist. Hier wohnt man in großen Canvas-Zelten und erkundet hauptsächlich zu Fuß die Tier- und Pflanzenwelten der Umgebung.

Südafrika - Sanboa Wildlife Reserve - Dwyka Tented Lodge

Nach dem Frühstück mache ich mich gemeinsam mit dem Ranger Matt im offenen Geländewagen auf die Suche nach den Big 5. Und das Schöne ist: Auch in Sanbona bewegt man sich ebenso wie im Kariega Game Reserve im Eastern Cape auf malariafreiem Terrain. Zunächst scheint auch die Tierwelt noch wach werden zu müssen. Zu klamm ist es noch ohne die wärmenden Sonnenstrahlen. Doch dann werden wir schnell fündig: Neben den „üblichen Verdächtigen“ wie Kudus, Impalas, Dik Diks, Zebras und Springböcken begegnen wir Schakalen, Giraffen, Elefanten und sogar Nashörnern. Übrigens wird in Sanbona auf Offroad-Fahrten verzichtet, da hier der Schutz der verletzlichen Flora und Fauna im Mittelpunkt steht. Dennoch habe ich immer das Gefühl, inmitten unberührter Wildnis zu sein, denn manchmal kann ich kaum erkennen, dass wir uns tatsächlich auf einem Pfad entlang schlängeln, so vorsichtig und rücksichtsvoll hat man sich die Natur hier erschlossen.

Südafrika - Sanboa Wildlife Reserve - Nashorn

Plötzlich ein Funkspruch, ich verstehe nur Rauschen, doch ich merke: Da ist im wahrsten Sinne etwas im Busch. Wo wir uns bisher scheinbar ziellos von Piste zu Flussbett und weiter auf einen Hügel haben treiben lassen, scheint der Matt jetzt ein konkretes Ziel vor Augen zu haben. Und tatsächlich: Unter einem Strauch lässt sich eine Gepardendame ein frisch erlegtes Impala schmecken. „Ok, jetzt Aussteigen und dicht hinter mir gehen.“ Habe ich richtig gehört? Aussteigen? Ja, genauso ist es – überrascht lausche ich den weiteren Anweisungen und dann geht es langsam, vorsichtig und vor allem ganz leise zu Fuß bis an einige Meter an die Geparden-Lady heran. „Bitte achtet darauf, dass ihr auf so wenige Pflanzen wie möglich tretet“ werden wir ermahnt. Ok, wird gemacht! Die Gepardin hat uns natürlich längst bemerkt, lässt sich jedoch nicht im geringsten stören – ein einzigartiges Erlebnis. Wir bleiben nicht lange, dann lassen wir sie in Ruhe weiter fressen und machen uns auf die Suche nach einem schönen Sundowner-Spot.

Südafrika - Gepard

Die Sonne taucht gerade am Horizont ab, da bittet uns Matt, wieder ins Fahrzeug zu steigen, denn er möchte los. Gesagt, getan, und schon brettern wir los. Und zwar so schnell, dass uns fast die wärmenden Decken vom Schoß wehen. Wieder bin ich überrascht – sonst geht es auf Safari doch immer so geruhsam zu? Und nun dieser Stress? Unser Fahrzeug bleibt im knietiefen Schlamm stecken, dann geht auch noch einem der Reifen die Luft aus. Matt bleibt bewundernswert ruhig, rangiert uns aus dem Schlamm, wechselt in Windeseile den Reifen, und dann endlich die Auflösung: Löwen! Ein ganzes Rudel, das sich am Airstrip nieder gelassen hat und sich nun ganz geschmeidig wieder Richtung Busch bewegt.

Südafrika - Davina Listl mit Parkwächter

Die Rückfahrt nach Kapstadt unternehme ich ganz brav bei Tageslicht – auch wenn mir der Abschied von Sanbona schwer fällt. Doch die wunderschönen Landschaften der Route 62, die ich bei traumhaften Sonnenschein durchfahre, entschädigen ein wenig. Und natürlich freue ich mich auch schon auf meinen Aufenthalt im zauberhaften Kapstadt – bye bye Big 5 und bis zum nächsten Mal!

Davina Listl übernimmt gerne die Planung Ihrer individuellen Südafrika Rundreise. Rufen Sie sie an unter 089 127 091 116 oder schreiben Sie ihr eine Email an dl(at)africa-royal-tours.de. Unsere Afrika Expertin freut sich schon auf Ihre Anfrage.

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