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Reise-Blog Afrika

Unsere Afrika-Spezialistin Davina Listl in Madagaskar

Mit einem pünktlichen Start verabschiede ich mich aus München in Richtung Afrika und ich hebe voller Neugierde ab in Richtung Madagaskar. Madagaskar - allein schon der Name klingt so exotisch, ich sehe vor meinem inneren Auge bereits die Lemuren in den Baumwipfeln hin und herspringen, bunte Chamäleons tarnen sich im Geäst, ich rieche frische Bananen… auf dieses Abenteuer bin ich wirklich sehr gespannt und kann es kaum erwarten, endlich dort anzukommen. Eines steht fest – für mich ist es komplett neues Terrain, auf welches ich mich begebe, nicht vergleichbar mit meinen bisherigen Erfahrungen. Wie aufregend!

Am nächsten Tag lande ich in der Hauptstadt Antananarivo. Tonga Soa – Willkommen! Während ich einreise, läuft sich schon meine kleine Chartermaschine warm, mit der es gleich weiter Richtung Süden nach Fianarantsoa gehen wird. Perfekt, um die großen Distanzen schnell und bequem in kurzer Zeit zurück zu legen!

Das Visum erhalte ich schnell, doch wo ist mein Gepäck? Endlich - meine Tasche ist da! Jetzt heißt es Beine unter die Arme nehmen und Rennen, denn meine Cessna muss noch bei Tageslicht in Fianarantsoa landen. Wenn sie nicht rechtzeitig in der Luft ist, muss ich einen unfreiwilligen Stopover in Antananarivo einlegen.

Bereit für den Abflug

Kurze Zeit später hebe ich ab, und kann mir schon einmal von oben ein Bild vom quirligen Madagaskar machen. Kleine bunte Häuser schmiegen sich an die Hügel, die ersten Kassawa-Felder und Reisterrassen tauchen unter mir auf. Reis zählt hier zum Hauptnahrungsmittel und kommt teilweise sogar drei Mal am Tag auf den Tisch. Es gibt ihn in allen möglichen Varianten, dazu wird Fleisch oder Gemüse serviert und auch verschiedene Saucen, um Abwechslung in den Speiseplan zu bringen.

Die Landschaft unter mir wirkt sehr grün und fruchtbar, zwischendurch schlängeln sich rötliche, lehmige Straßen hindurch.

Blick aus dem Flugzeug

Nach einer Stunde und fünfzehn Minuten heißt es: Touchdown in Fianarantsoa, was in etwa "Stadt, in der man Gutes lernt" bedeutet. Die Luft riecht nach verbranntem Holz und es ist kühler geworden – schließlich ist ja auch Winter! Doch bei ca. 12 Grad Nacht-Temperatur möchte ich mich nicht beschweren, schließlich hat es ja noch vor wenigen Wochen zu Hause in München geschneit…

Am nächsten Tag hängen zunächst die Wolken noch tief am Himmel und es nieselt ganz leicht. Doch die Wettervorhersage für heute stimmt mich optimistisch und so starte ich frisch mit meinem privaten Guide und dem zusätzlichen lokalen Guide in die Altstadt Fianarantsoa. Ein recht steiler Weg führt den Hügel hinauf. Fianarantsoa wird auch "Stadt der 1001 Kirchen" genannt – zu Recht, wie ich merke, denn alleine in dem kleinen Teil, durch den ich heute spaziere, zähle ich bereits sechs Exemplare. Interessant, denn hier auf Madagaskar wird ein für uns Europäer ganz unüblicher Mix aus Religion und animistischen Glaubensrichtungen gelebt.

Markt in Fianarantsoa

Wo früher hoch auf dem Hügel der Palast der Königin stand, befindet sich heute eine weniger ansehnliche Antennen-Ansammlung, daneben eine Schule, aus der singend, spielend und lachend die Kinder heraus strömen. "Bonjour, Madame!" begrüßt mich ein frecher Knirps und versteckt sich gleich kichernd hinter seinen Kumpels.

Dann geht es wieder bergab und gemeinsam mit meinen beiden Guides wandere ich bei traumhaftem Wetter durch die wunderschöne Landschaft in ein kleines Betsileo-Dorf. Links liegen kunstvoll angelegte, üppig grüne Reisfelder, teils bereits abgeerntet, von rechts kommt auf einmal eine kleine Herde Zebus auf mich zu. Bunt gekleidete Frauen des Betsileo-Stammes arbeiten auf den Feldern – alles fügt sich zu einem malerischen Ensemble zusammen und ich komme aus dem Fotografieren nicht mehr heraus. Unterwegs lerne ich von meinem Guide außerdem, woran ich an der Art des Empfangs erkennen kann, ob ich in einem Betsileo-Haus erwünscht bin, wie Kassawa angebaut wird und worauf es beim Reisanbau ankommt. Und ich teste, ob der Brunnen auch funktioniert – einwandfrei!

Brunnen in Fianarantsoa

Nach meinem Offroad-Marsch auf den schmalen und rutschigen Wegen, die sich zwischen den Reisfeldern hindurch schlängeln, habe ich mir mein Mittagessen redlich verdient. Dies wird bei einer Familie in deren Haus auf traditionelle Art serviert und es gibt – natürlich – Reis! Dazu Fleisch mit Spinat und Tomatensalat. Als Dessert werden ganz frische Bananen gereicht – frischer geht es wirklich nicht und sie schmecken einfach fantastisch!

Abends steht eine Nachtwanderung auf dem Programm. Zunächst bin ich skeptisch. Am Straßenrand entlang zu laufen klingt ehrlicherweise wenig romantisch. Doch im Nationalpark sind Nachtwanderungen nun einmal untersagt. Die beiden Mausmakis, die ich beim Spielen beobachten kann und die unterschiedlichen Chamäleons, von groß bis winzig klein, belehren mich auf jeden Fall eines Besseren – die Wanderung ist wirklich sehr informativ und spannend. Ich lerne außerdem, warum Chamäleons sich so umständlich langsam fortbewegen und wie sie es schaffen, sich farblich an ihre Umgebung anzupassen.

Chamäleon in Ranomafana

Am nächsten Tag geht es dann in den Park hinein – nun ist auch noch ein Tracker dabei, der genau weiß, wo sich die Tiere am liebsten aufhalten. Immer wieder bin ich von der Begabung des Parkguides zutiefst beeindruckt. Wie er hoch oben in den Baumwipfeln oder mitten im grünen Gebüsch Lemuren und auch das noch so kleinste Chamäleon aus großer Entfernung erspäht, verwundert mich immer wieder aufs Neue. Zu Fuß geht es also los - und es ist keineswegs ein gemütlicher Spaziergang, der vor mir liegt. Eins ist klar: Hier auf Madagaskar muss man gut zu Fuß sein! Der Regenwald macht seinem Namen alle Ehre – und die Wege und Wurzeln sind nach dem nächtlichen Schauer noch ordentlich rutschig.

Über Stock und Stein klettere ich also durch den Regenwald, schiebe Äste beiseite, ducke mich hindurch und bahne mir meinen Weg durch das Dickicht. Es lohnt sich! Zwei Goldene Bambuslemuren sitzen hoch oben in den Baumwipfeln und lassen sich die frischen grünen Blätter schmecken. Was ihnen nicht schmeckt, schmeißen sie hinunter - direkt auf meinen Kopf. Ein durchaus seltener Anblick, erzählt mir mein Guide, denn es kann auch passieren, dass man wochenlang erfolglos durch den Park wandert, ohne sie zu Gesicht zu bekommen.

Aber nicht nur die Tierwelt ist beeindruckend, auch die Pflanzenwelt ist unglaublich vielfältig, üppig und bunt. Ich finde wilden Ingwer, den sogenannten Traveller´s Tree, Zitronenbäume, unterschiedliche Farn-Arten, Eukalyptus - um nur wenige zu nennen, denn es würde sicherlich Stunden dauern, alle unterschiedlichen Tier- und Pflanzenarten aufzuzählen, die man hier entdecken kann.

Sifakas

Kontrastprogramm – im Kleinflugzeug fliege ich weiter Richtung Süden in das Isalo-Gebirge. Ich bin beeindruckt - nach nur einer Stunde Flug hat sich die Landschaft erneut komplett verändert. Schon der Landeanflug gibt spektakuläre Panoramablicke auf die Sandsteinformationen frei, die diese Region so besonders machen. Es ist etwas wärmer, als noch im "hohen Norden" und mein Hotel liegt wunderschön zwischen den Sandstein-Hügeln in die umliegende Natur eingebettet. Mittlerweile ist es später Nachmittag, meine Beine von der morgendlichen Wanderung schon etwas schwer, doch ich will die Zeit in dieser beeindrucken Landschaft optimal nutzen.

Das Ausruhen muss warten! Also entscheide ich mich für meine Via Ferrata- Tour entlang der Bergwände. Safety First - also Helm, Handschuhe und Geschirr angelegt und los! Die Ausblicke sind unglaublich schön - die rötlich schimmernden Hügel, der blaue Himmel darüber, die bizarren Auswaschungen, die der Regen verursacht hat... einfach wow! Da sind auch die schweren Beine schnell vergessen. Hoch oben entdecke ich immer wieder Höhlen, die mit Steinen verschlossen sind – Gräber des Bara-Volkes.

Im typisch madagassischen Brettspiel Fanorona schlage ich mich am Abend noch nicht so gut – doch es ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen… und ich habe schon eine Handy-App gefunden, bei der ich nun zu Hause weiter üben kann. Ein wenig dürfen meine Beine sich ausruhen, und dann geht es hinein in den Isalo-Nationalpark mit seinen zerklüfteten Sandstein-Gebirgslandschaften, tiefen Schluchten, bizarren Felsformationen, ausgewaschenen Höhlen und kühlenden Wasserfällen. Nicht zu vergessen natürlich die unterschiedlichen Tier- und Pflanzenarten!

Davina in Isalo

Am Abend genieße ich den wunderschönen Sonnenuntergang und frage mich, ob ich wirklich erst so wenige Tage hier bin? Ich durfte schon so viel erleben – es fühlt sich an, als wäre ich bereits zwei Wochen unterwegs… die Zeit hier vergeht wie im Fluge.

Mit meinem Flug zurück nach „Tana“ schließt sich der Kreis. Dort verweile ich jedoch wieder nur kurz, denn die nächsten zwei Nächte widme ich den Erkundungen rund um Andasibe.

Für diese Fahrt von nur ca. 170 km benötigt mein Fahrer etwa vier Stunden. Tiefe Schlaglöcher haben sich in den Asphalt gefressen und so ist immer wieder Ausweichen angesagt. Achtung, Gegenverkehr, ein Lastwagen schiebt sich ächzend die Kurven nach oben. Nicht jeder LKW ist dieser Beanspruchung gewachsen - allein auf dieser Fahrt zähle ich vier liegen gebliebene Fahrzeuge. Neben dem chaotischen Verkehr ein Grund mehr, sich auf Madagaskar nicht selbst hinters Steuer zu setzen – und ich bin wirklich froh, einen so guten Fahrer zu haben, der mich sicher und vorsichtig zu meinem Ziel chauffiert.

Nach der langen Fahrt habe ich abends wieder die Möglichkeit, mir bei einem „Night Walk“ im privaten Voimma Reservat die Beine zu vertreten. Da dieses Reservat von einer lokalen Gemeinde geleitet wird, sind hier Nachtwanderungen möglich. Und auch hier bin ich unglaublich beeindruckt von den Fähigkeiten des lokalen Guides Patrique, der mich hier begleitet und trotz Dunkelheit die perfekt getarnten Chamäleons schon von weitem enttarnt.

Sundowner in Isalo

Madagaskars Nationalparks erkundet man in der Regel zu Fuß - so auch den Park Analamazaotra. Bei meiner gestrigen Nachtwanderung hatte ich mit dem Wetter noch Glück, doch heute macht der Regenwald seinem Namen alle Ehre. Unter den dichten Baumkronen bin ich dem Regen zwar nicht ganz schutzlos ausgesetzt, doch die rutschigen Wurzeln fordern meine vollste Konzentration.

Wie gut, dass ich nicht nebenbei auch noch nach Lemur, Sifaka, Indri Indri & Co. Ausschau halten muss. Denn sonst hätte ich das unangefochtene Highlight dieser Parkerkundung definitiv verpasst: Drei Fossas schleichen aus dem Dickicht direkt auf den Weg, um aus sicherer Distanz zu beobachten, was wir so vorhaben. Meine beiden Guides sind vollkommen aus dem Häuschen und können es nicht glauben, immer wieder wird das Fernglas hin- und hergereicht. Das größte Raubtier Madagaskars erblickt man wirklich nur sehr selten!

Als ich bei meiner Mittagspause in der Vakona Forest Lodge die Fotografie einer Fossa an der Wand sehe, bin ich richtig stolz, dass ich einen dieser seltenen Momente erleben durfte. Und am Nachmittag wartet noch eine weitere besondere Begegnung auf mich – auf der Lemureninsel wartet man schon sehnlichst darauf, eine Banane von mir abzustauben. Ich drehe dem Braunen Maki kurz meinen Rücken zu und schon hüpft er mit einem Satz auf meine Schulter. Ganz leicht ist er – und lässt sich die Banane schmecken.

Davina mit braunem Lemur

Nach meinen beiden kurzen Stop-over in Antananarivo habe ich nun zum Ende meiner Reise endlich noch etwas Zeit, mich hier ein wenig umzusehen. Zu Fuß geht es auch hier durch die Gassen und ich genieße den Ausblick auf die Stadt bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein. Mit dem Auto geht es durch den chaotischen, dichten Verkehr zum etwas außerhalb liegenden, größten der sieben Stadttore Antananarivos. Ich genieße die Aussicht vom Ambohimanga, dem Königshügel, auf dem sich einst die Residenz der Merina-Könige befand und erkunde den Rova, den Königspalast, der in seinem ursprünglichen Zustand belassen wurde.

Panorama Tana

Hier erfahre ich von meinem Guide eine interessante und auch spannende Geschichte nach der anderen. Wer hätte zum Beispiel gedacht, dass der König damals ein so ängstlicher und misstrauischer Zeitgenosse gewesen ist? Aus Angst vor böswilligen Angriffen seiner Widersacher versteckte er sich bei Besuch hoch oben im Dach des aus Palisanderholz erbauten Haupthauses und überließ es einer seiner Frauen, den Gast zu empfangen. Wollte der König wieder hinunter, warf er vorher kurz ein Steinchen nach unten, um sich anzukündigen. Mit all diesen Eindrücken im Gepäck geht es für mich zum Flughafen und ich verabschiede mich von Madagaskar. Veloma tompoko, auf Wiedersehen, King Julien!

Katta in Isalo

Wenn Sie nun neugierig geworden Sind und Madagaskar bereisen möchten, freuen sich unsere Afrika-Experten über Ihren Anruf und stehen Ihnen jederzeit gern zur Planung Ihrer individuellen Reise zur Verfügung.

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