Davina Listl unterwegs in Südafrika

 

Davina Listl unterwegs in Südafrika

Kariega Game Reserve: Safari hautnah

Unsere Afrika-Spezialistin Davina Listl war für Sie unterwegs in Südafrika. Im folgenden Blog schildert Sie die Eindrücke sowohl aus dem Kariega Game Reserve als auch dem Sanbona Wildlife Reserve, die sie während Ihrer Südafrika Reise gesammelt hat.

Annulliert. Annulliert. Annulliert. Geplant. Annulliert. Annulliert. Moment mal - geplant? Trotz Streik ist mein Flug mit South African Airways nach wie vor noch auf dem Plan? Fast schon gespenstisch geht es am Flughafen München zu - viele Geschäfte geschlossen, kaum Menschen unterwegs und dazu noch diese unheimliche Stille. Die Daumen bleiben gedrückt, ich harre geduldig aus und tatsächlich sitze ich schließlich im Flieger nach Johannesburg. Dort angekommen erwartet mich das Kontrastprogramm. Hier quirlt und wirbelt es, doch dies wird nur von kurzer Dauer sein, denn Johannesburg ist für mich nur ein Zwischenstopp auf meinem Weg in den Busch - genauer gesagt ins Kariega Game Reserve. In Port Elizabeth werde ich bereits freudig erwartet, man hatte ja fast schon einen Tag später mit mir gerechnet. Nach einer circa eineinhalb-stündigen Fahrt heißt es: Willkommen im Kariega Game Reserve, willkommen im südafrikanischen Busch!

Unser Nachmittags-Game Drive geht nahtlos über in einen Night Game Drive und die Tierwelt in Kariega beeindruckt uns: Schakale, Giraffen und Zebras laufen uns vor die Linse, ebenso die leider so selten gewordenen Nashörner, die gut vor Wilderern geschützt werden müssen. Schließlich räkeln sich zwei Löwen faul im Gras - ihre Nachtschicht lassen Sie offensichtlich geruhsam angehen. Ein Stachelschwein kreuzt noch unseren Weg, diverse Antilopenarten und Warzenschweine nicht zu vergessen. Nach dem exzellenten Abendessen, welches wir im "Weinkeller" vor dem wärmenden Kaminfeuer einnehmen, falle ich müde ins Bett.

Ein paar Stunden Schlaf später geht es erneut auf ins Reich der wilden Tiere und so nahe wie jetzt war ich den Elefanten noch nie. Plötzlich befinden wir uns inmitten einer Herde Dickhäuter, die friedlich ihr Gras zupfen und neugierig mit ihrem Rüssel unser Fahrzeug begutachten. Ehe wir uns versehen schlägt das Wetter um, der Wind wird stärker und es fängt an zu regnen. Aus dem Game Drive wird ein Rain Drive. Kein Problem, wir sind schließlich gut vorbereitet, denn wasserdichte Regenponchos sind an Bord. Trotzdem tropft mir der Regen nach einiger Zeit von der Nasenspitze und auch die Wärmflasche hilft so langsam nicht mehr gegen die niedrigen Temperaturen. Doch als wir erneut auf eine Herde Elefanten treffen, sind Regen, Wind und Kälte sofort vergessen. Diese Herde ist mit gut 20 Tieren noch größer als die von heute Morgen, und die Dickhäuter lassen sich überhaupt nicht von uns stören. Sie spielen, trinken, schmeißen sich in den Schlamm auf den Rücken - die Zeit gerät vollkommen in den Hintergrund. Zurück in Settlers Drift wartet schon eine heiße Schokolade mit Amarula auf uns, und so wärmen wir uns von innen auf. Im Kamin meiner Suite brennt schon ein mollig warmes Feuer und bei der Gelegenheit teste ich auch gleich meine Badewanne mit Ausblick auf den Busch.

Den Regen - den denke ich mir einfach weg und während ich so vor mich hinplansche, lasse ich die Erlebnisse der letzten beiden Tage Revue passieren. Kaum zu glauben, dass ich erst vorgestern gelandet bin...und es warten noch viele weitere tolle Eindrücke auf mich. Doch davon mehr in meinem nächsten Blog Beitrag!  

Mein Tipp: Wer rechtzeitig in Port Elizabeth landet, kann die Settlers Drift Lodge auch per Boot bei einer Fahrt auf dem Bushman River erreichen. Es erwartet Sie der perfekte Auftakt für Ihre Safari, bei der Sie die Natur nochmals aus einer ganz anderen Perspektive erleben werden!  

Sanbona Wildlife Reserve

„Ihr Flug ist leider verspätet, ich buche Sie auf die Verbindung über Johannesburg um.“ Die Dame am Check-in-Schalter am Flughafen in Port Elizabeth tippt bereits eifrig auf ihrer Tastatur. „Aber verspätet heißt doch, die Maschine kommt noch, oder? Es ist wirklich wichtig, dass ich nicht zu spät in Kapstadt ankomme, ich habe dort noch weitere Termine“. Sie lässt sich nicht abbringen – ihr Blick sagt mir, dass „Verspätung“ irgendwie nicht ganz korrekt ist, ich vermute, daraus wird wohl später noch ein „Cancelled“. Gut, dann statt dem direkten Flug eben die Verbindung über Johannesburg einmal quer durchs Land, geschätzte Ankunft in Kapstadt 19:15 Uhr. Da wird es heute wohl nichts mehr mit meinen Terminen. Schade, doch sie werden mir nicht böse sein – bei meinen Terminen handelt es sich nämlich um Löwe, Giraffe und Co. im Sanbona Wildlife Reserve. Nach so viel Glück auf meinem Hinflug nach Südafrika, der trotz des Streiks in München planmäßig flog, muss ich nun diese Änderung in Kauf nehmen. Auch das ist Afrika…doch das Schöne ist, es findet sich immer eine Lösung, da ist einfach Flexibilität gefragt.

Ich beschließe, an meinem Reiseplan dennoch festzuhalten und noch am selben Abend von Kapstadt in das ca. drei Stunden entfernte Sanbona Wildlife Reserve zu fahren. Ganz wohl ist mir nicht bei der Sache, daher liebe Kunden: Bitte nicht nachmachen, denn nicht umsonst rate ich von Überlandfahrten nach Einbruch der Dunkelheit ab. Doch mein Zeitplan ist extrem straff, also mache ich mich auf den Weg. Ich komme gut durch, die Straßen sind leer und so erreiche ich das Main Gate des Reserves gegen 22 Uhr. Die letzten Kilometer bis dorthin bestehen bereits aus Schotterpiste – ein Allradfahrzeug benötigt man jedoch nicht, und so genieße ich meine „Busch-Massage“ als Einstimmung auf die kommenden zwei Nächte im Reich der wilden Tiere. Das Personal von Sanbona ist so lieb und holt mich trotz der späten Stunde vom Main Gate ab – so kann ich mich die letzten 45 Minuten bequem zurück lehnen und auf den Schotterwegen durchrütteln lassen. Mein Tipp für Sie, falls Sie mit dem Mietwagen kommen: Lassen auch Sie Ihr Fahrzeug an der Welcome Lounge stehen, von dort aus gibt es täglich um 12:30 Uhr einen Shuttle, der Sie von dort bequem zu Ihrer Lodge bringt.

Mein Tag war lang, und so beende ich diesen mit einem schönen Glas Rotwein in meinem Zimmer in Tilney Manor – sogar einen liebevoll angerichteten Teller mit Snacks hat man für mich vorbereitet – perfekter Service.

Der nächste Tag startet um 6:30 Uhr, endlich sehe ich meine Umgebung bei Tageslicht – und bin beeindruckt! Wäre es nicht so klirrend kalt (um die 5 Grad), dann würde ich sofort unter die Doppel-Außendusche hüpfen. Statt dessen genieße ich den Sonnenaufgang von meiner Veranda aus und beobachte, wie die Sonne die umliegenden Berge in sanfte Rottöne taucht. Insgesamt befinden sich vier unterschiedliche Unterkünfte im 54.000 Hektar großen Sanbona Wildlife Reserve – alle sehr klein und exklusiv. Tilney Manor ist – wie der Name schon sagt, im Stil eines Herrenhauses erbaut. Die Dwyka Tented Lodge besteht aus neun luxuriösen Safarizelten, die mit allem Komfort ausgestattet sind. Für Familien mit Kindern bietet sich die Gondwana Family Lodge an – hier wird den Safari-Youngstern sicherlich nicht langweilig. Rustikaler geht es im Explorer Camp zu, welches hauptsächlich von Oktober bis Februar geöffnet ist. Hier wohnt man in großen Canvas-Zelten und erkundet hauptsächlich zu Fuß die Tier- und Pflanzenwelten der Umgebung.

Nach dem Frühstück mache ich mich gemeinsam mit dem Ranger Matt im offenen Geländewagen auf die Suche nach den Big 5. Und das Schöne ist: Auch in Sanbona bewegt man sich ebenso wie im Kariega Game Reserve im Eastern Cape auf malariafreiem Terrain. Zunächst scheint auch die Tierwelt noch wach werden zu müssen. Zu klamm ist es noch ohne die wärmenden Sonnenstrahlen. Doch dann werden wir schnell fündig: Neben den „üblichen Verdächtigen“ wie Kudus, Impalas, Dik Diks, Zebras und Springböcken begegnen wir Schakalen, Giraffen, Elefanten und sogar Nashörnern. Übrigens wird in Sanbona auf Offroad-Fahrten verzichtet, da hier der Schutz der verletzlichen Flora und Fauna im Mittelpunkt steht. Dennoch habe ich immer das Gefühl, inmitten unberührter Wildnis zu sein, denn manchmal kann ich kaum erkennen, dass wir uns tatsächlich auf einem Pfad entlang schlängeln, so vorsichtig und rücksichtsvoll hat man sich die Natur hier erschlossen.

Plötzlich ein Funkspruch, ich verstehe nur Rauschen, doch ich merke: Da ist im wahrsten Sinne etwas im Busch. Wo wir uns bisher scheinbar ziellos von Piste zu Flussbett und weiter auf einen Hügel haben treiben lassen, scheint der Matt jetzt ein konkretes Ziel vor Augen zu haben. Und tatsächlich: Unter einem Strauch lässt sich eine Gepardendame ein frisch erlegtes Impala schmecken. „Ok, jetzt Aussteigen und dicht hinter mir gehen.“ Habe ich richtig gehört? Aussteigen? Ja, genauso ist es – überrascht lausche ich den weiteren Anweisungen und dann geht es langsam, vorsichtig und vor allem ganz leise zu Fuß bis an einige Meter an die Geparden-Lady heran. „Bitte achtet darauf, dass ihr auf so wenige Pflanzen wie möglich tretet“ werden wir ermahnt. Ok, wird gemacht! Die Gepardin hat uns natürlich längst bemerkt, lässt sich jedoch nicht im geringsten stören – ein einzigartiges Erlebnis. Wir bleiben nicht lange, dann lassen wir sie in Ruhe weiter fressen und machen uns auf die Suche nach einem schönen Sundowner-Spot.

Die Sonne taucht gerade am Horizont ab, da bittet uns Matt, wieder ins Fahrzeug zu steigen, denn er möchte los. Gesagt, getan, und schon brettern wir los. Und zwar so schnell, dass uns fast die wärmenden Decken vom Schoß wehen. Wieder bin ich überrascht – sonst geht es auf Safari doch immer so geruhsam zu? Und nun dieser Stress? Unser Fahrzeug bleibt im knietiefen Schlamm stecken, dann geht auch noch einem der Reifen die Luft aus. Matt bleibt bewundernswert ruhig, rangiert uns aus dem Schlamm, wechselt in Windeseile den Reifen, und dann endlich die Auflösung: Löwen! Ein ganzes Rudel, das sich am Airstrip nieder gelassen hat und sich nun ganz geschmeidig wieder Richtung Busch bewegt.

Die Rückfahrt nach Kapstadt unternehme ich ganz brav bei Tageslicht – auch wenn mir der Abschied von Sanbona schwer fällt. Doch die wunderschönen Landschaften der Route 62, die ich bei traumhaften Sonnenschein durchfahre, entschädigen ein wenig. Und natürlich freue ich mich auch schon auf meinen Aufenthalt im zauberhaften Kapstadt – bye bye Big 5 und bis zum nächsten Mal!

Davina Listl übernimmt gerne die Planung Ihrer individuellen Südafrika Rundreise. Rufen Sie sie an unter 089 127 091 116 oder schreiben Sie ihr eine Email an davina(at)africa-royal-tours.de. Unsere Afrika Expertin freut sich schon auf Ihre Anfrage.

 

Africa Royal Tours

Wir beraten Sie gerne persönlich.

+49 (0) 89-127091-130

Mo - Fr von 09:00 Uhr bis 18:00 Uhr
Bitte vereinbaren Sie einen Termin. Gerne außerhalb der Geschäftszeiten.